Über uns

Die BiSA - Bürgerinitiative gegen die Solvay-Abfallverbrennung hat sich am 19. November 2007 im Beisein von mehr als 50 Bernburgern gegründet. Verschiedene Ursachen haben zur Verärgerung von Bernburgern geführt und die Gründung einer solchen Initiative notwendig gemacht:

  1. Die Bevölkerung wurde nur unzureichend über die Tatsache informiert, dass die Unternehmen Solvay und Tönsmeier planen, mitten in der Stadt Bernburg einen Müllofen zu bauen (bis zu 552.000 to/Jahr!). Eine kleine Notiz unter “Bekanntmachungen” in der lokalen “Mitteldeutschen Zeitung” wies Mitte Juni 2007 auf das Genehmigungsverfahren zu “Bau und Betrieb einer Anlage zur thermischen Verwertung von Ersatzbrennstoffen (EBS)” hin. Zu diesem Zeitpunkt wusste kaum jemand, was “Ersatzbrennstoffe” sind und dass es sich dabei schlicht um “Abfall” handelt. Auch einschlägige gesetzliche Vorschriften kennen den Begriff “Ersatzbrennstoffe” nicht.
  2. Die Genehmigungsunterlagen wurden nur im Rathaus in Bernburg (und im Landesverwaltungsamt als Genehmigungsbehörde) offen gelegt, obwohl bei einem Immissionsradius von 3 km auch die Menschen aus Latdorf und Altenburg (Verwaltungsgemeinschaft Nienburg) direkt von der Anlage betroffen sein werden.
  3. Es handelt sich bei der geplanten Anlage um die zweitgrößte Abfallverbrennungsanlage in Sachsen-Anhalt - und dies, obwohl das Land bereits heute über mehr Kapazitäten zur Müllverbrennung verfügt, als seine Bürger und Unternehmen überhaupt verursachen.
  4. Die riesige Anlage soll mitten in der Stadt entstehen und wird die Menschen in Bernburg und Umgebung massiv beeinträchtigen.
  5. Die vorgesehene Rauchgasreinigungsanlage ist eine absolute “Billig-Version”: Beantragt wurde die volle Ausschöpfung der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte, obwohl mit verfügbarer Technik weit mehr Schadstoffe aus dem Abgas geholt werden könnten.
  6. Es gibt keine wirksame Eingangskontrolle für den zu verbrennenden Müll - Schadstoffe können ungehindert in den Brennraum gelangen - nur die Kranfahrer sollen den Müll beäugen und sollen eventuelle Schadstoffanteile aus vielen Metern Entfernung mit bloßem Auge erkennen und aussortieren(!?).
  7. Die riesigen Müll-Massen, die die Anlage benötigt, werden mit großen Müll-Lastern quer durch Bernburg kutschiert - 280 Fahrten jeden Tag, alle dreieinhalb Minuten Lärm, Gestank, Ruß und Feinstaub werden die ganze Region und ihre Einwohner belasten.
  8. Wenn man berücksichtigt, dass der Hauptprofit der Anlage mit der “Verwertung von Müll” erwirtschaftet wird, dann ist die Aussage der Betreiber, es gehe ihnen lediglich um die Energiesicherung für das Solvay-Werk, doch ziemlich zweifelhaft.
  9. In einer Informationsveranstaltung (genannt “Offener Gesprächsabend”) wurden die besorgten Fragen von 250 Bernburgern nicht oder nur unzureichend beantwortet, es wurde um den heißen Brei herum geredet und die berechtigten Ängste im Zusammenhang mit diesen Planungen wurden schlicht “abgewiegelt”.

Die Gewinninteressen der Konzerne mögen ja berechtigt sein. Eine solche Anlage aber mitten in der Stadt bauen zu wollen, zeugt von Ignoranz, Verantwortungslosigkeit, ja sogar geradezu von einer gehörigen Skrupellosigkeit gegenüber den Interessen von Anwohnern an einem gesunden Lebensraum.

Deshalb wurde die BiSA gegründet und deshalb wird die Initiative dafür kämpfen, dass Bernburg auch in Zukunft eine lebenswerte und schöne Stadt bleibt!

Hier sehen Sie, wer die BiSA inzwischen unterstützt und mit ihr um eine lebenswerte Region kämpft…