Arbeitsniederlegung auf der Baustelle
Die Mitteldeutsche Zeitung schreibt heute, dass Firmen auf der Baustelle der MVA am 3. Juli ihre Arbeit niedergelegt haben. Es sollen Zahlungen ausgeblieben sein, woraufhin einige Firmen Arbeiter und Maschinen abgezogen hätten. Der Artikel ist auch online verfügbar: http://www.mz-web.de/artikel?id=1246046509413
Es heißt dort weiter, dass Tönsmeier den kurzen Baustopp zwar indirekt bestätigt. Der Frage, ob der Grund tatsächlich ausgebliebene Zahlungen seien, weicht man bei Tönsmeier aber aus: Irritationen, die bestanden hätten, wurden beseitigt, sagte der Sprecher. Dass auf der Baustelle weniger Arbeiter zu sehen sind, liege vielmehr daran, dass sich die Arbeiten jetzt auf das Innere der MVA konzentrieren.
Eigentlich nicht der Rede wert ist, dass der Müllofen trotzdem planmäßig seinen Betrieb aufnehmen wird. Schließlich würden es gerade die Anwohner eher begrüßen, wenn die Mülllieferungen noch ein paar Monate auf sich warten lassen. Die Betreiber scheint aber folgendes zu beunruhigen: Würde das erste Müllfeuer ernsthaft auf die lange Bank geschoben, könnte zumindest der rentable Betrieb des Bernburger Müllofens genauso auf der Kippe stehen, wie die geplante Solvay-MVA in Rheinberg.
Vor genau einem Jahr erfuhr die BiSA, dass sich dort der Baubeginn des Müllofens verzögern würde. Durch die Arbeit der Rheinberger Bürgerinitiative verspätete sich die Baugenehmigung. Die BI erzielte höhere Auflagen, die erst planerisch umgesetzt werden mussten - die Verträge mit Entsorgungsunternehmen waren inzwischen ausgelaufen. Dadurch gab es Unsicherheiten in der späteren Versorgung der Anlage mit Müll. Ergebnis war, dass in Rheinberg bis heute kein Bau begonnen wurde. Solvay betont zwar immer wieder, dass gebaut werden soll. Zuletzt ließ ein Antrag von Solvay, die Kapazitäten des bestehenden Kohlekraftwerkes aufstocken zu dürfen aber eher auf das Gegenteil schließen.
Ob auch in Bernburg Mülllieferungen ausbleiben werden, bleibt Spekulation. Sicher ist jedoch, dass die Entsorgungs- und Recyclingbranche einen derartigen Absturz von Nachfrage und Preisen wie im letzten Halbjahr noch nie erlebt hat. Wie eine Befragung durch den Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung im Juni ergeben hat, schätzen nur noch 4 Prozent der Unternehmen ihre gegenwärtige wirtschaftliche Lage als gut ein. Über 80 Prozent beurteilen sie mit „mangelhaft“ oder „ausreichend“.
